
Ein gesunder, bewusster Umgang mit digitalen Medien im Alltag – das ist mir ein echtes Herzensanliegen. Dabei denke ich nicht nur an Kinder und Jugendliche, sondern genauso an uns Erwachsene. Denn Medien sind ein ständiger Begleiter: Sie informieren, unterhalten, lenken ab, inspirieren – und prägen unser Denken, Fühlen und Handeln, oft ohne dass wir es bewusst merken.
Meine persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema begann, als meine älteste Tochter in der vierten Klasse war. Mir wurde klar: Der Wunsch nach einem eigenen Handy würde bald kommen – und mit ihm viele Fragen.
Wie gehen wir als Familie damit um?
Wie viel Bildschirmzeit ist gesund? Welche Inhalte sind geeignet – und welche vielleicht sogar schädlich? Was bedeutet Medienkompetenz in der Praxis? Wie begleite ich mein Kind sicher und liebevoll durch die digitale Welt? Und wie schaffen wir es, dass das Smartphone nicht zur obersten Priorität im Familienalltag wird?
Besonders spannend – und herausfordernd – ist unsere Situation, weil mein Mann als YouTuber arbeitet. Unsere Kinder erleben also hautnah, dass digitale Medien auch beruflich eine große Rolle spielen können. Umso wichtiger war (und ist) es mir, dass wir in der Familie einen reflektierten und gesunden Umgang mit Medien entwickeln. Offen, ehrlich und kritisch fragen wir uns immer wieder:
Wie viel Medienkonsum tut uns (noch) gut?
Wo liegen die Chancen – und wo auch die Gefahren?
Ich bin überzeugt: Gerade wir Erwachsene, die noch ohne Smartphone, Social Media & Co aufgewachsen sind, unterschätzen oft die Wirkung digitaler Medien auf Kinder und Jugendliche. Vieles passiert unter dem Radar – und oft fehlt uns schlicht das Wissen, was im Netz eigentlich los ist.
Was ich außerdem oft beobachte: Viele Eltern fühlen sich mit dem Thema überfordert – vom schnellen Wandel der Technik, vom Druck des Alltags, vom ganz normalen Lebenschaos. Und aus dieser Überforderung heraus lassen sie ihre Kinder einfach “machen”. Nicht, weil es ihnen egal ist, sondern weil ihnen die Kraft, das Wissen oder die Orientierung fehlt. Genau hier möchte ich ansetzen. Ich möchte Eltern ermutigen und unterstützen, hinzusehen, dranzubleiben – und gemeinsam mit ihren Kindern gute Wege im digitalen Alltag zu finden. Nicht perfekt, aber bewusst!
Denn:
Zwischen psychischer Gesundheit und Mediennutzung besteht ein enger Zusammenhang!
Die ständige Erreichbarkeit, der Druck, nichts zu verpassen, der Vergleich mit anderen, aber auch die schnelle Informationsflut – all das kann belasten. Nicht nur Kinder, sondern auch uns Erwachsene.
Und dann gibt es ja auch Themen wie Cybermobbing, Cyber-grooming , Spielsucht ….. die on Top noch hinzukommen (können).
Ich stelle mir deshalb Fragen wie:
- Was brauchen wir, um weniger Zeit am Bildschirm und mehr Zeit im echten Leben zu verbringen?
- Was ist ein “gesunder” Umgang mit digitalen Medien?
- Wie kann ich Mediensucht vorbeugen oder entgegenwirken?
- Wie kann ich Eltern und Schulen unterstützen, damit sie sich mit dem Thema “Mediennutzung” nicht überfordert fühlen, sich dennoch den Chancen und Risiken bewusst werden?
- Wie schaffen wir es als Gesellschaft sich nicht ständig abzulenken und wieder mehr Langeweile zuzulassen? (Anmerkung: Langeweile fördert die Kreativität und auch das bewusste Auseinandersetzen mit sich selbst: Was will ich denn überhaupt im Leben erreichen?, Was gibt meinem Leben Sinn? Das “nicht zulassen” von Langeweile fördert Depressionen, Angstzustände und innere Leere1)
Diese Fragen treiben mich an – in meiner Arbeit, in meiner Familie und im Alltag.
Ich möchte dazu beitragen, dass wir alle – ob groß oder klein – einen bewussteren, gesünderen und freudvolleren Umgang mit Medien finden.
Denn: Digitale Medien sind weder „gut“ noch „böse“. Sie gehören zu unserem Leben – und genau deshalb ist es so wichtig, dass wir lernen, gut mit ihnen umzugehen. Dazu braucht es Begleitung, Aufklärung, Austausch – und auch klare Regeln.
Hat das Handy die Kontrolle über dich oder du über das Handy?
1. Harvard Professor Arthur C. Brooks:
https://www.youtube.com/watch?v=orQKfIXMiA8